Autorin: Heike Orth
Bilder: pixabay.com

Bestäubende Insekten haben eine große ökologische Bedeutung, da sie den gesamten Naturkreislauf mit seinem Artenreichtum aufrechterhalten. Nachweislich ist inzwischen ein dramatischer Rückgang von Bienen, Wildbienen, Hummeln und Co. zu verzeichnen. Rund die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienenarten stehen bereits auf der sogenannten ‚roten Liste‘ bedrohter Tierarten. Das heißt sie sind vom Aussterben bedroht.


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Woran liegt das?

Durch den massiven Eingriff des Menschen in die Ökosysteme werden diese nachhaltig geschädigt, vielen Lebewesen werden Lebensräume und Nahrungsgrundlagen entzogen.

Die Verwendung von Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden führt zur Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten, welche einen unwiederbringlichen Platz in der Nahrungskette hinterlassen. So sorgen Pestizide dafür, dass alle sogenannten Unkräuter, die von Bienen benötigten Blühkräuter, auf Ackerflächen und Ackerrandstreifen verschwinden. Insektizide, darunter die eingesetzten Neonikotinoide, als Fraß- und Kontaktgifte wirken auf das Nervensystem der Insekten. Vollkommene
Orientierungslosigkeit oder der Tod der Tiere sind nur zwei der möglichen Folgen.

Eine Dauerhafte Belastung durch Umweltgifte führt in einem Bienenvolk zu einer geringeren Stresstoleranz und einer erhöhten Anfälligkeit für Parasiten, wie der Varroamilbe, und Krankheiten. Die Varroamilbe ist ein aus Asien eingeschleppter Parasit, welcher zurzeit als Hauptgrund für das Bienensterben gilt.



Was können wir tun?

Eine vielfältige, standortgerechte Pflanzenwelt in unseren Gärten, vor allem Naturgärten, und der freien Landschaft ist der beste Weg die unterschiedlichen Bedürfnisse von bestäubenden Insekten abzudecken und ihre Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Nicht nur Blumenwiesen, sondern auch viele Blütengehölze, Bäume, Rank- und Kletterpflanzen, Pionierpflanzen, Zwiebelgewächse, Wildstauden, Gemüsepflanzen oder Heil- und Gewürzkräuter sind ideale Nahrungsquellen für diese fleißigen Helfer. Der Zusammenhang bestimmter artspezifischer Nahrungsquellen und geeigneter Nistplätze ist für viele hochspezialisierte Insektenarten lebensnotwendig.

Künstliche Nisthilfen, sogenannte ‚Insektenhotels‘ werden von den Tieren rasch und erfolgreich angenommen. Sie stellen aber nur für einen kleinen Teil der Insektenarten eine Alternative dar. Außerdem sollte bei dessen Befüllung auf wirklich geeignetes Material geachtet werden. Häufig werden vollkommen ungeeignete Materialien verwendet, sodass sie für die Tiere wertlos sind. Mit den, von uns im Garten angebotenen, Nisthilfen können wir aber nur maximal 25 Prozent der in den Gärten vorkommenden Arten helfen. Alle anderen Arten nisten in selbstgegrabenen Gängen und Hohlräumen im Erdboden, Mauerritzen oder Totholz. Ihre Ansiedlung hängt von einem geeigneten artspezifischen Nahrungsangebot sowie vielseitig strukturierten Biotopstrukturen, wie Steinhaufen, Trockensteinmauern oder Totholz- und Reisighaufen ab. Diese Nahrungsquellen und Nistplätze sind in der Regel in unserer ‚aufgeräumten‘ Kulturlandschaft und unseren Gärten Mangelware.
Wichtig für den Schutz von Wildbienen und anderer bestäubender Insekten ist nicht nur die Bereitstellung von geeigneten Nistmöglichkeiten. Denn diese werden von den Tieren nur besiedelt, wenn sie in ihrer Umgebung auch die nötigen Pollen- und Nektarpflanzen finden. So ist nur die Kombination aus beidem gewinnbringend.
Mit allen Maßnahmen der Förderung dieser Insekten verbessern wir gleichzeitig auch die Lebensbedingungen vieler anderer Tierarten und sichern letztendlich auch unser eigenes Überleben.


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